30.01.2026 | Klimatechnik
Winterluft im Griff: Mit Klimaanlage richtig entfeuchten und Schimmel vorbeugen
Wenn draußen Frost und Feuchtigkeit dominieren, wird es drinnen schnell knifflig: Warme Innenluft trifft auf kalte Außenflächen, die relativen Werte der Luftfeuchte klettern – und morgens begrüßen uns beschlagene Fenster, muffige Ecken oder im Extremfall Schimmel. Die gute Nachricht: Mit einer durchdachten Kombination aus Entfeuchtung, Luftzirkulation und kurzen Lüftungsintervallen halten Sie die Raumfeuchte stabil und schützen Ihr Zuhause. Moderne Klimaanlagen (Luft-Luft-Wärmepumpen) bringen alles mit, was Sie dafür brauchen: Einen effizienten Dry-/Entfeuchtungsmodus, fein dosierbare Ventilatorstufen und smarte Zeitpläne.
Warum die relative Luftfeuchte jetzt zählt
Die relative Luftfeuchte ist der zentrale Hebel für gesundes Raumklima. Im Winter steigt sie oft schleichend: Duschen, Kochen, Wäschetrocknen oder einfach mehrere Personen in einem Raum sorgen für zusätzliche Feuchte, die bei kalten Flächen schneller kondensiert. Als Orientierung gilt:
- 40–60 %: Wohlfühlbereich für Gesundheit und Bausubstanz
- Ab 60 %: Steigendes Risiko für Kondensat und Schimmel an kühleren Oberflächen
- Unter 35 - 40 %: Trockene Schleimhäute, gereizte Atemwege, unbehagliche Raumluft
Mit einem einfachen Hygrometer behalten Sie die Werte im Blick. So erkennen Sie Feuchtespitzen rechtzeitig und können gezielt gegensteuern.
Typische Winterprobleme – und wie sie entstehen
Wenn warme Raumluft auf kalte Oberflächen trifft, wird’s sichtbar: Beschlagene Fenster am Morgen, feuchte Nischen hinter Möbeln, kühle Außenwände mit Kondensat. Ursache ist meist eine Kombination aus hoher Feuchte, wenig Luftbewegung und lokalen Kälteinseln. Dazu kommen alltägliche Feuchtequellen wie zum Beispiel ein langer Kochabend, die Dusche am Morgen, Indoor-Wäschetrocknen und, und.
Daher gilt: Feuchte senken und Luft gleichmäßig im Raum verteilen. Hier kommt Ihre Klimaanlage zum Einsatz.
So unterstützt Ihre Klimaanlage beim Entfeuchten
Moderne Luft-Luft-Wärmepumpen arbeiten nicht nur effizient beim Kühlen und Heizen, sie können Feuchte auch aktiv reduzieren. Der Dry-/Entfeuchtungsmodus senkt die Luftfeuchte und hält die Temperatur moderat, ohne die Räume auszukühlen. Ergänzend sorgt die geregelte Luftzirkulation dafür, dass die Luft auch in Ecken, entlang Außenwänden und an Fensterflächen bewegt wird – dort, wo Feuchte sonst stehen bleibt.
Beim Heizen hilft ebenfalls die Luftumwälzung: Warme Luft nimmt Feuchte besser auf, die relative Luftfeuchte sinkt. Wichtig ist eine ausgewogene Ventilatorstufe, denn bei zu wenig Bewegung bleibt die Feuchte in Nischen und bei zu viel wird es zugig. „Auto“ oder niedrige bis mittlere Stufen sind im Alltag meist ideal.
Praxis: Einstellungen, die im Winter funktionieren
Beginnen Sie mit einem realistischen Zielkorridor von 40 – 55 % relativer Feuchte und passen Sie Ihre Geräteparameter daran an. Ein bewährtes Vorgehen:
1. Feuchte messen: Wenn möglich Hygrometer in Wohn-, Schlaf- und Feuchträumen platzieren.
2. Dry-/Entfeuchtungsmodus gezielt nutzen: Nach Feuchtespitzen (Duschen, Kochen, Wäsche) für 30 – 60 Minuten aktivieren; morgens kurz gegen Kondensat an Fenstern.
3. Ventilatorstufe auf „Auto“ oder niedrig/mittel: Gleichmäßige Luftverteilung ohne Zugluft. Bei sichtbaren Feuchteproblemen kurz höherstellen, danach wieder absenken.
4. Zeitpläne einrichten: Kurze Entfeuchtungsfenster morgens und abends, wenn Feuchte typischerweise ansteigt.
5. Stoßlüften statt Kipplüften: 5 – 10 Minuten mit weit geöffneten Fenstern; danach Gerät wieder aktivieren, um Temperatur und Feuchte zu stabilisieren.
Mit wenigen Anpassungen stabilisieren Sie das Raumklima, ohne “dauer-entfeuchten” zu müssen. Mehr bringt oft nicht mehr – sondern trockene Luft.
Platzierung und Luftzirkulation: Kleine Details mit großer Wirkung
Die beste Einstellung verliert Wirkung, wenn die Luft nicht frei zirkulieren kann. Achten Sie darauf, dass das Innengerät nicht durch Vorhänge, hohe Sideboards oder Regale verdeckt wird. Ideal ist eine Ausrichtung, bei der kühle Flächen (Fenster, Außenwände) im Luftstrom “mitgenommen” werden. Türen dürfen gern einen Spalt offenbleiben, damit sich die Luft zwischen Zonen austauschen kann.
Auch das Außengerät verdient einen Blick: Frei von Laub und Schnee, vibrationsarm montiert, Kondensatablauf geprüft. So arbeiten Entfeuchtung und Luftumwälzung zuverlässig – leise und effizient.
Kurzcheck Schimmelprävention
- Hygrometerwerte regelmäßig prüfen (Ziel 40 - 60 %)
- Kondensat an Fensterrahmen und Dichtungen morgens abwischen
- Möbel 5 - 10 cm von Außenwänden abrücken, Ecken nicht voll zustellen
- Dry-/Entfeuchtungsmodus nach Feuchtequellen aktivieren
- Stoßlüften 2 – 4x täglich, statt dauerhaft gekippter Fenster
- Filter sauber halten, Kondensatführung der Anlage checken
- Räume nicht stark auskühlen lassen (Kälteinseln vermeiden)
Fazit
Gesunde Winterluft ist kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Messen, dosierter Entfeuchtung und guter Luftverteilung. Nutzen Sie Ihre Klimaanlage als Werkzeug - kurz, gezielt und mit Augenmaß. So bleiben Fenster trocken, Ecken frisch und das Zuhause spürbar behaglich – ohne überzuheizen oder die Luft zu stark auszutrocknen.
Ob Geräteeinstellung, platzoptimierte Montage oder ein passendes Entfeuchtungs-Setup für Ihr Zuhause: FRIO unterstützt Sie von der Analyse bis zur Feinjustierung.
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